Erfahrungen mit Esstherapie

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Maél
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Erfahrungen mit Esstherapie

Beitrag von Maél » 31.07.2012, 11:40

Hallo Zusammen

Wer von euch hat ein Kind mit Down Syndrom, das keine feste Nahrung zu sich nimmt? Unser Sohn Maél ist jetzt dreijährig und hat anfänglich etwas feste Nahrung zu sich genommen (vor allem weiche Sachen wie Spätzli, Würstli, usw.). Seit ca. einem Jahr isst er jedoch ausschliesslich pürierte Nahrung oder Sachen wie Joghurt, Quark, Fruchtpuree, usw. Er isst nicht mal mehr Brot oder Cracker oder etwas Ähnliches. Von November 2011 bis Juli 2012 hatte er eine Orofazial-Therapie (Ess-, Kau- und Schlucktherapie, welche wir nun aber unter- resp. abgebrochen haben, weil sie nichts brachte.

Organisch ist bei ihm alles in Ordnung, er hat keine verengte Speiseröhre, und er hat auch alle Zähne, die's zum Beissen braucht...

Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht mit seinem Kind? Und wer hat einen Tipp, wie wir unseren Sohn zum Essen animieren könnten?

Liebe Grüsse, Barbara



Mebeky
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Beitrag von Mebeky » 31.07.2012, 12:52

Hallo Barbara

Als wir Kyra mit 1 Jahr bekamen, nahm sie nur Brei zu sich. Hatte da schon ihre Milchprotein Allergie und so durfte sie erst ab dem 2. Lebensjahr Sojaprodukte zu sich nehmen. Auch mit zwei Jahren, nahm sie nur Brei, Cremen und Joghurt, besser gesagt alles püriert, zu sich. Mit der Zeit gaben wir jeweils ganze kleine Stückchen Gemüse darunter, doch sie war da ein richtiges Lusmeitli, sie konnte im Mund alles so sortieren, dass am Schluss nur noch die Stückchen im Mund waren und sie diese dann raus liess. Dies ging immer so weiter. Mit vier Jahren bekam sie die Diagnose Zöliakie. Ab vier Jahren musste jeweils immer z.B. Kartoffelstock dabei sein oder Apfelmuss war jeweils auch ein grosser Retter. Nun seit etwa zwei Jahren, fing es an, dass sie anfing ewas normal zu essen. Doch nun sei einem Jahr, ass sie nun ganz normal vom Tisch, einfach glutenfrei. Und zum grossen Glück sie war bis zu ihrem schnellen Tod am 23. Juni ganz und gar nicht heickel, sie ass wirklich alles, was man ihr auf den Teller gab. Sogar Salat, nahm sie von Anfang an ohne Probleme. Am Dienstag vor dem tragischen Tag, wo sie der Hirnschlag bekam, ass sie am Abend bis auf drei Schnitze, deren sieben Schnitze Melonen ganz alleine.
Irgend wann wurde schon mal um eine Esstherapie geredet, doch wir liessen es. Da sie für dies ins Spital gehen musste und wir dachten, sie sei bis dahin schon genug im Spital gewesen.
In der Schule im Sonnenberg in Baar, machten die Lehrer mit ihr etwa ein 3/4 Jahr lang eine Esstherapie, dort hat es wirklich etwas gebracht oder sicher auch da sie in der Schule am Mittag um viele Kinder herum war und nicht nur um uns zwei Erwachsene. Sie konnte dort natürlich abschauen.
So bald sie wirklich festes zu sich nahm, hat sie jeweils immer super die Sachen gekaut und hatte dabei immer der Mund super zu, auch früher beim Brei, kam nie etwas heraus. Sie ass nie mit offenem Mund. Wir mussten ihr nie etwas sagen.
Wir merkten bei Kyra immer, dass ein drängen von uns her nie etwas brachte. Doch wenn sie merkte, dass sie jetzt soweit ist, dann machte sie es auch. Dies galt auch mit dem Trinken. Bis im zum letzten November, hatte sie nie oral getrunken, hatte eine Peg Sonde. Wir probierten immer wieder, doch es nützte nichts. Doch aufeinmal konnte man ihr das Trinken per grosser Löffel eingeben, dies ging super und jetzt war es auch ihre Zeit. Mit der Zeit, wäre dies sicher auch noch gekommen, mit dem Trinken, wie das mit dem Essen. Doch leider wird es nichts mehr.

Ich finde man darf nicht drängen. Sicher hatten wir unsere Sorgen und dachten, wann ist es endlich so weit, dass sie normal essen kann, doch sie machte es, wie mit vielen anderen Sachen, mit ihrem eigenen Tempo. Es brauchte nun, dass sie 7 Jahre alt wurde, bis sie soweit war. Aber es kam.

Grüessli

Bernadette

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Rickandbeatrice
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Beitrag von Rickandbeatrice » 31.07.2012, 13:40

Hallo Barbara

Habe vor einigen Tagen im Youtube ein Stück gesehen, wo kleine Kinder nur Fast Food gegessen haben... Dabei war eine Familie, die haben schön frisches Gemüse und Kartoffeln gekocht, nur der Kleine ass das nicht, musste am Tisch sitzen bleiben und durfte nicht mit dem Essen spielen. Nach einigen Minuten heulen gaben die Eltern jeweils nach und haben ihm Fastfood gekauft (Fritten etc.) und die durfte er dann auf dem Sofa vor dem TV aufessen... Kinder sind nicht dumm und der Junge wusste genau wie er was kriegen konnte.

Es kam dann raus, dass der Junge mit 6 Monaten beinahe an einer Hirnhautentzündung gestorben wäre. Das sei das Alter, wo man beifüttert und Milch nicht mehr alleiniges Nahrungsmittel ist. Deshalb konnte er die Erfahrungen nicht sammeln. Ein weiterer Punkt war, dass er nicht erlaubt war, mit dem Essen zu spielen. Der Junge durfte dann spielerisch Gemüse etc. kennenlernen, ohne Druck, er hat sich ab und zu sogar was in den Mund gesteckt und alles wurde ein grosses Spiel.... Die Therapeutin meinte dann auch noch, Essmanieren kämen zu einem späteren Zeitpunkt. Ebenfalls hat sie den Eltern mal so kleine Teller mit Esswaren drauf vor die Nase gesetzt. Alles war püriert und man konnte nicht sehen, was es war... und sie mussten es probieren... einige Sachen wären sogar nicht Essbar... Tja, und so hat sich der Sohn dabei gefühlt...

Ich wollte Dir dies nur so als Denkanstoss schicken, vielleicht kannst du ja was davon aufnehmen. ;-) Sonst bei You Tube suchen nach Fastfood Babies, eine Sendung von BBC4.

Liebe Grüsse aus Holland
Beatrice

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