Oh, eine Begrüssung, vielen Dank, Anita !
Meine Jungs sind 13 Niklas und 9 Tobias. Niklas hat ADHS mit Inselbegabung, Tobias DS. Wir sind erst letztes Jahr hierher gezogen und noch nicht heimisch geworden...Trennung, Scheidung und dann weg vom angestammten Daheim. Nach 25 Jahren hoch oben in den Bergen, ist es auch für mich nicht einfach...aber jetzt ist ja Frühling und ich hoffe sehr, dass es bald besser wird mit uns. Ich habe sehr viele alte Beiträge gelesen, inzwischen ist Trisomie 21 auf dem besten Weg doch noch als Geburtsgebrechen anerkannt zu werden, oder ists schon ? Dafür gibts neue Tests...und da wir Menschen uns immer weiter entwickeln wollen...na, ich weiss nicht, es wird ja bereits selektioniert, schubladisiert und vorschnell geurteilt. Immer noch habe ich den deutschen Pass und obwohl ich bereits mehr als die Hälfte meines Lebens in der Schweiz wohne...naja, die neuerlichen politischen Wege gefallen mir gar nicht...und kommen mir bekannt vor. Vielleicht ist das in den Städten anders, wie z.B. auch das Wohnung Suchen als Einelternfamilie und noch dazu als Frau...hatte fast den Eindruck, dass die Menschen hier noch nicht im 21.Jahrhundert angekommen sind...
Im Moment kämpfe ich wieder mit der Krankenkasse, die Rückzahlungen für die Windeln ziehen sich immer wochenlang hin, da die Windeln nur in der Aotheke bezogen werden dürfen und Tobias 9 Jahre alt ist, kommen da Summen zusammen, die mich fast in den Ruin treiben...natürlich ist, seit der Scheidung und dem Wohnortswechsel, Geld ein zentrales Thema...(noch) keine neue Arbeit gefunden, die zu meinem Tagesablauf passt und viel zu wenig Unterhalt...mir gehts so, wie vielen anderen. Möchte aber hier nicht nur klagen, bin halt immer noch sehr viel allein, vielleicht auch einsam...und natürlich frage ich mich auch, ob das alles richtig war...
Tobias war ein Wunschkind, vorher eine Fehlgeburt, in der 24 SSW wurde ich mit vorzeitigen Wehen und Blutungen, nach 2 Tagen im Spital in Florenz (absoluter Horror), vom Rega-Jet nach Bern geflogen, die Vermutung, bei soviel zuviel Fruchtwasser, war sofort auf dem Tisch und das Ergebnis wurde mir 2 Wochen später regelrecht um die Ohren geknallt...beiläufig bei einer Ultraschalluntersuchung. Wäre ich damals allein dahin gäbs mich vielleicht nicht mehr...
Nach der Diagnose war, für den Rest der SSW, nur noch mein Bauch interessant, ist ja schliesslich ein Unispital. Während 2 Jahren war Tobias insgesamt 6 Monate im Spital und ich durfte als sogenannter *Langlieger* Fragen beantworten, was ich ausreichend tat, ebenso wie einen 20 Seitigen Bericht zu schreiben...über die Art und Weise wie einem dort als Mensch und Frau begegnet wird und wie ein kleiner Patient behandelt wird...ich meine nicht seine Krankheit, sondern ich meine die Achtung vor ihm als Mensch usw...
Es spricht (noch) nicht mit Wörtern, wir hatten bereits den Talker(er spielt nur damit), üben Gebärdensprache...er redet viel, kommuniziert, aber sprechen...wir warten noch...Toilette...nein...An-und Ausziehen...er braucht Zeit...viel Zeit und Unterstützung...und mehr Liebe als ich manchmal habe,oder Geduld, oder Nerven... ebenso der Grosse, sein Bruder...immer ist die Zeit zu knapp...ich glaub, dass Frauen mit diesen besonderen Kindern bei der Geburt auch gleich noch ein schlechtes Gewissen mit gebären...hab ich genug getan...? ich sollte doch...? Mehr, besser u.s.w und eigentlich glaube ich sogar, dass man die Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen viel mehr unterstützen müsste, jedenfalls die, die selber *ziehen*...wenn ich mir überlege, wieviel ein staatliches Heim den Steuerzahler kosten würde...und wiewenig HE ich dagegen erhalte...aber eben, die einen rechnen mit Zahlen und die anderen mit Gewissen und Ethik...
Mehr möcht ich grad nicht los werden...aber die Gründe um einen Schweizer Pass zu beantragen werden täglich mehr
Merci fürs Zuhören/Lesen
Nele